Diamanten des Himmels


Wir können das Schicksal nicht ändern, egal wie sehr wir uns manchmal danach sehnen.
Dinge passieren und oft sind wir machtlos dagegen. Oft sind es jene
Momente, die einfach geschehen und in denen wir da stehen und Entscheidungen
treffen müssen - nicht für uns selbst - sondern für jene, die wir lieben.
























Vor 2 Monaten musste ich die schwierigste aller Entscheidungen treffen.
Ich musste los lassen, denn auch das gehört zur Liebe. Liebe hat wie alles auf
der Welt zwei Seiten. Wer liebt, muss auch ziehen lassen. Liebe bedeutet auch Leid
und sie bedeutet ebenso, Leid zu ersparen für die, die wir lieben. Wenn wir sehen,
wie die, die einst fröhlich waren, die Lust am Leben verlieren, es Zeit wird, Abschied
zu nehmen, wird unser Gefühl auf eine harte Probe gestellt. 
Noch heute sehe ich mich durch die Flure unseres Hauses ziehen, Leine und Geschirr
an mich gepresst, weinend und stumm schreiend und an jeder Ecke, meinen
kleinen Schatz, meinen Husky, meinen ersten Hund, sehend. 

Man sagt, die Zeit heilt Wunden. Ich bin überzeugt, es gibt jene Wunden, 
die nicht einmal die Zeit heilen kann. Heute schneit es, als wäre es Shivas
Vermächtnis, denn sie liebte den Schnee mehr als alles Andere im Leben.
Sie war ein Kind des Schnees und der Freiheit. Sie war mein Hund, jedoch war
sie im Herzen immer frei und wild. Dies sollte sie nicht aufgeben müssen, niemals!
Der Krebs und die Leishmaniose sollten ihr nicht all das nehmen, sie sollte ihre
letzten Wochen einfach nicht in Leid und Qual verbringen und elend zugrunde gehen.
Darum entschied ich vor zwei Monaten, meinen kleinen Schatz zu erlösen, um die 
Trauer in mir zu tragen, für uns beide. 























Der Schnee gleicht Diamanten, welche vom Himmel fallen. 
Wäre ich gläubig genug an Dinge zu glauben, die ich mir nicht erklären kann
würde ich sagen, Shiva schickt sie heute. Ich möchte glauben, dass es dort
mehr gibt als das bloße Nichts. Ich weiß es jedoch nicht. 
Yuma war ein großes Glück. Sie ist Glück. Sie kennt mich mit der Trauer,
die mich wegen Shiva umgibt. Wir haben uns so kennen gelernt und sie kann
unterscheiden, ob ich wegen Shi oder etwas anderem weine, denn sie schafft
es nur dann, meine Trauer auszuhalten, wenn sie wegen Shiva kommt. Hunde haben ein
so feines Gespür, sie sind viel empathischer als die meisten Menschen. Wenn sie lieben,
tun sie dies bedingungslos. Ein Leben lang. Ihr ganzes Leben lang. Manch einer vergisst
dabei, dass sie Lebewesen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen sind. 
Ich werde nie vergessen, ich möchte nicht. Yuma ist jetzt mein Partner. Ich bin glücklich sie
an meiner Seite zu haben. Auch dies kann man Schicksal nennen, denn als ich sie kennen lernte,
war ich keinesfalls bereit dazu. Es geschah einfach und ich bin dankbar. 

Danke Shi, für all die wunderbaren Jahre!
Danke Yu, für alles, das noch kommt! 
I love you! Always!




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