Sonnenaufgang - Neubeginn

Heute ist es eine Woche her...
 immer noch kommen Tränen, zeitgleich folgt Freude, denn Morgen kommt Murphy...

Ich spiele mit den Daten: 13.1 ... 14.12 ... 
Donnerstag ist Shi gestorben, Freitag kommt neues Glück in mein Leben..
Leben und Tod... Trauer und Liebe... das Leben leben... ich denke, ich habe gelernt, dass Freude und Glück die einzigen Werte sind, die wirklich zählen. Nicht, dass ich dieser Tatsache zuvor noch nie begegnet wäre, aber manchmal werden einem Dinge erst so richtig bewusst, wenn man auf drastische Weise mit ihnen konfrontiert wird. Alles ging so schnell, wenngleich ich wusste, dass man Shivas genaues Alter nur schätzen konnte und die Wahrscheinlichkeit, dass sie erst knapp über ein Jahr alt war als wir sie adoptierten, sogleich von unserer Tierärztin korrigiert wurde, so hatte ich mich doch nie wirklich damit befasst, dass sie mich so früh verlassen würde. "Das wird nicht mehr gut", hallen die Worte meiner Ärztin noch heute in mir nach. Ich wusste es bereits, bevor wir die Ultraschalluntersuchung gemacht hatten. Ich wusste als sie mir sagte, dass sie dort etwas ertasten konnte, das nicht hätte da sein sollen: Krebs. Dies war meine bisher schwerste Entscheidung. Für jemand anderen. Ich hatte noch nie für jemand anderen eine so gravierende Entscheidung getroffen und - auch wenn manch einer nun sagen wird, dass es sich doch "nur um ein Haustier handelte - für mich war es die bisher schwerste Entscheidung. Aber Shiva hatte keine Minute weiter Schmerzen verdient. 
Man sagt so vieles leichtfertig und schnell, ohne je in dieser Situation gewesen zu sein.
Schafft man sich kurz nach dem Tod des eigenen Hundes einen Neuen an, ist man mit vielen Vorurteilen konfrontiert, den "alten Hund" nicht geliebt zu haben. So ist es aber nicht. Vielleicht hätte ich auch zunächst so gedacht, obwohl ich immer versuche über den Tellerrand hinaus zu blicken und nicht in Schubladen zu stecken. Als es mich dann traf, zog es mich ins Tierheim. Für manche ist ein Tierheim kein Ort, an dem man zu sich findet oder gar zur Ruhe kommt, erst recht ist dies kein Ort für jeden, wenn er gerade trauert. Für mich war es der Ort, an dem ich sein wollte: Bei Shivas Artgenossen, die ein Zuhause suchten, die brauchten, was ich ihr gegeben hatte: Liebe und ein Zuhause. Yuma war das, was Shiva zu anfang war. Ängstlich, unsicher und scheu. Ich fand sie sogleich toll. Ich freue mich, sie an meiner Seite wissen zu dürfen, ihr zu zeigen, wie wundervoll das Leben sein kann. Sie wird uns soll Shiva niemals ersetzen. Sie ist anders und soll auch genau so sein. Ich liebe Hunde, ich brauche sie um mich selbst zu finden und runter zu kommen. Wenn ich Yuma ein Stück von dem geben kann, was sie mir in dieser schrecklichen ersten Woche gab, dann nenne ich das Glück. Denn auf jede Nacht, folgt ein Sonnenaufgang. 





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